Halal-Zertifikat: Das müssen Sie wissen

veröffentlicht von Laura Heisch am 13.10.2016

Halal_certificat_blog_banner_DE.png

Bei weltweit rund mehr als 1,6 Milliarden muslimischen Konsumenten ist der Handel mit Halal-konformen Lebensmitteln ein immer stärker werdender Umsatzfaktor, durch den sich Anbieter von solchen Produkten mit bestimmten Anforderungen konfrontiert sehen. Eine der wichtigsten Anforderungen ist die Kennzeichnung von Halal-Produkten für den Endverbraucher, was eine notwendige Gewährleistung durch den Produzenten oder Händler darstellt. Dies ist jedoch nur durch eine transparente und eindeutige Rückverfolgbarkeit aller eingekaufter und verwendeter Rohstoffe bzw. Herstellungsprodukte (wie beispielsweise Lebensmittelzusatzstoffe) möglich. Genau darin besteht auch die größte Herausforderung für Lebensmittel produzierende oder einkaufende Unternehmen.

Sie sind produzierendes Unternehmen im Lebensmittelbereich benötigen einen Nachweis über einen Halal-konformen Rohstoff oder über den Halal-konformen Betrieb Ihres Lieferanten? Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema Halal unter dem Aspekt eines transparenten Dokumenten- und & Qualitätsmanagements zusammengestellt.

Was bedeutet Halal?

Der Begriff “Halal” stammt aus dem arabischen und bedeutet so viel wie “erlaubt”. Gläubige Muslime unterscheiden bei dem Verzehr von Lebensmitteln, ob diese “halal”, also erlaubt und damit rein, oder  “haram” (verboten) sind. Um den Regeln des islamischen Glaubens folgen zu können, ist es für den Konsumenten elementar, dass entsprechende Produkte im Einzelhandel klar gekennzeichnet werden, ob sie Halal-konformen produziert wurden. Eine eindeutige Kennzeichnung ist jedoch nur möglich, wenn bereits bei der Produktion und dem Handel von eingekauften Rohstoffen einen Halal-Kennzeichnung stattfindet.

Welche Kriterien für eine Halal-Zertifizierung gibt es?

Da es sich bei der Kennzeichnung “halal” oder “haram” um keine formal gesetzlichen Vorgaben handelt, ist die detaillierte Auslegung und Einhaltung dieser Vorschriften nicht völlig einheitlich. Grundsätzliche Vorgaben gibt es dennoch: So muss beispielsweise die Schlachtung des verarbeiteten Tieres nach rituellen islamischen Regeln erfolgt sein. Weiterhin muss gewährleistet sein, dass das Produkt in keinerlei Form Schweinefleisch enthält, da nach den Speisevorschriften der Verzehr und damit auch jegliche Verwendung von Schweinefleisch für die Herstellung von Halal-konformen Lebensmitteln verboten. In vielen Fällen ist sogar der Einsatz von Alkohol (auch als Reinigungsmittel) problematisch.

Weil es für die Herstellung von Halal-konformen Lebensmittelprodukten eben keine einheitlichen Regeln gibt, führt das zu unterschiedlichen Nachweisen und Zertifikaten, die Unternehmen einen Produktionsbetrieb bescheinigen, der den Regeln und Vorgaben eines Halal-Produkts entspricht. Kriterien für Halal können sich dabei nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch auf Lebensmittelzusatzstoffe, Verpackungsmaterialien bis hin zu Chemikalien beziehen. Somit beschränken sich die Kriterien nicht nur auf den reinen Herstellungsprozess und die verwendeten Rohstoffe, sondern auch auf die gesamte Produktionsanlage wie beispielsweise das Vorgehen bei der Reinigung von Maschinen.

Gibt es anerkannte Zertifizierungsstellen?

Allein in Deutschland gibt es unterschiedliche anerkannte Zertifizierungsstellen mit jeweils eigenen Zertifikaten und Logos für den Nachweis eines Halal-Betriebes. Diese sind unter anderem:

  • m-haditec GmbH
  • Hala Europe (wird durch das Islam. Zentrum Aachen kontrolliert)
  • Hala World/ Engineering Consulting Trading (ECT)
  • Europäisches Halal Zertifizierungsinstitut (EHZ)

Eine Übersicht mit weiteren nationalen und internationalen Zertifizierungsstellen finden Sie auf der Webseite der m-Habitec Zertifizierungsstelle.

Wie erhält man eine Halal-Zertifizierung?

In der Regel wird die Zertifizierung durch ein erfolgreich bestandenes Audit erteilt. Hierbei wird, wie bei anderen Zertifizierungen auch, einen unabhängige Zertifizierungsbehörde mit der Zertifizierung beauftragt. Schließlich wird der zu zertifizierende Betrieb durch einen unabhängigen Auditor überprüft. Dabei können unter anderem Stichproben für Laboranalysen zum Nachweise von Schweinefleisch gemacht werden oder Dokumentationen über die Reinigung der Produktionsanlage begutachtet werden. Nach erfolgreich bestandener Kontrolle stellt die Zertifizierungsstelle dem Unternehmen das Halal-Zertifikat aus. Dieses ist in der Regel 1 Jahr gültig und nach Ablauf der Gültigkeit muss das Unternehmen durch ein erneutes Audit rezertifiziert werden.

Welche Angaben sollten auf einem Halal-Zertifikat zu finden sein?

  • Name des Zertifikats
  • Name des zertifizierten Unternehmens
  • Name und Unterschrift (des Bevollmächtigten) der Zertifizierungsstelle
  • Datum der Ausstellung
  • Gültigkeitsdatum
  • Nummer des Zertifikats
  • Name und Adresse der Zertifizierungsstelle

Weiterführende Informationen:

 

Sie benötigen regelmäßig Halal-Zertifikate und andere Nachweise von Ihren Lieferanten und müssen diese organisiert verwalten? Vereinbaren Sie jetzt einen Termin für eine Online-Präsentation und erfahren Sie, wie ecratum Sie bei einem effizienten Dokumentenmanagement unterstützen kann:

Jetzt Termin für kostenlose Online-präsentation vereinbaren

Themen: Branchen-Informationen, Lieferantendokumente, Zertifizierungen