Branchenspezifischer Standard - MSC für nachhaltige Fischerei

veröffentlicht von Laura Heisch am 17.11.2016

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Im Gegensatz zu anderen nachhaltigen Lebensmittelbereichen gibt es wenig gesetzliche Grundlagen für den nachhaltigen Fang und die Verarbeitung von Fisch-Produkten. Dadurch gibt es fast ausschließlich private Standards für nachhaltige Fischerei, die teilweise sehr unterschiedlich sind oder nur einen bestimmten Nachhaltigkeitsaspekt beinhalten. Einer der ältesten und weit verbreitetsten Nachhaltigkeitsstandards für Fischerei ist der MSC Standard.

MSC - Marine Stewardship

Council

MSC wurde 1997 von der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) und dem  Lebensmittelkonzern Unilever gegründet und hat einen internationalen Standard für nachhaltige Fischerei entwickelt. Seit 1999 ist MSC eine unabhängige Organisation und vergibt mittlerweile das bekannteste Siegel für nachhaltige Fischerei. Laut MSC gibt es weltweit über 23.000 Fisch- und Meeresfrüchteprodukte mit dem Siegel.

MSC fokussiert sich auf den Aspekt der nachhaltigen Fischerei von Wildfang. Der Standard enthält keine Vorgaben zu sozialen Aspekten, der Tötung oder der Verarbeitung der Tiere.

MSC bietet zwei Standards für unterschiedliche Abschnitte innerhalb der Lieferkette. Zur Kennzeichnung des Endprodukts mit dem MSC-Siegel ist der Nachweis beider Zertifizierungen notwendig.

Der MSC Umwelt-Standard

Der Umwelt-Standard richtet sich an Fischereibetriebe, die am Anfang der Lieferkette stehen und basiert auf drei Grundprinzipien:

  • Nachhaltigkeit der Fischbestände: Aktuelle und zukünftige Bestände sollen geschützt und vor Überfischung bewahrt werden. Hier geht es beispielsweise um den Schutz der Artenvielfalt oder der Geschlechterverteilung.
  • Schonung des Ökosystems Meer: Schutz von Meeresbewohnern, beispielsweise von dem Beifang, oder anderen betroffenen Tieren wie Wasservögeln.
  • Effektives Management: Die Fischerei betreibt ein verantwortungsbewusstes Management-System und richtet sich nach lokalen und nationalen Regelungen sowie internationalen Vereinbarungen.

Der MSC Rückverfolgbarkeits-Standard

Der Rückverfolgbarkeits-Standard richtet sich an alle fischverarbeitenden Unternehmen entlang der Lieferkette und soll Transparenz und Rückverfolgbarkeit von der Produktion bis zum Endverbraucher gewährleisten. Der eingekaufte Fisch muss von nachweislich zertifizierten Lieferanten bezogen werden, die den Umweltstandard erfüllen. Dafür muss eine lückenlose Dokumentation der Lieferkette erfolgen.

Die Zertifizierung

Wie bei anderen Zertifizierungen auch erfolgt eine Kontrolle des zu zertifizierenden Betriebs. Während des Zertifizierungsaudits werden von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle alle benötigten Dokumente und Stichproben überprüft und somit sichergestellt, dass der Betrieb die erforderlichen Auflagen erfüllt. Es erfolgt jedes Jahr ein Überwachungsaudit und die Zertifizierung ist 5 jahre gültig.

Das MSC-Siegel

Unternehmen, die ihre Endprodukte mit dem Siegel kennzeichnen möchten, müssen die Herkunft der eingekauften Fische dokumentieren und nachweisen, dass der Lieferant mit dem Umwelt-Standard zertifiziert ist. Sie selbst müssen zusätzlich die Vorgaben des Rückverfolgbarkeits-Standard  erfüllen, um alle Kriterien für das Führen des MSC-Siegels zu erfüllen. Für die Kennzeichnung der Produkte mit dem MSC-Siegel gibt es genaue Vorgaben der Organisation und es ist eine jährliche Nutzungsgebühr fällig.

Weiter Informationen finden Sie auf der Seite des MSC.

Weitere Nachhaltigkeits-Standards

  • Aquaculture Stewardship Council (ASC): privater, ebenfalls von WWF gegründeter Standard für nachhaltige Aquakulturen
  • EU-Öko-Bescheinigung: allgemeiner staatlicher Öko-Standard, der ebenfalls grundlegende Aspekte für nachhaltige Fischerei umfasst, jedoch weitaus weniger Regeln und Vorgaben als für den Bereich Fisch im Vergleich zu anderen Lebensmittelbereichen.
  • Friend of the Sea: privater Standard für Fisch und Meerestiere aus ökologischen Aquakulturen
  • Naturland Fisch: privater Nachhaltigkeits-Standard ist  für ökologische Aquakultur und nachhaltigen Fischfang

 

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