Ursprungszeugnis - Das müssen Sie wissen

veröffentlicht von Laura Heisch am 16.03.2017

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Der internationale Warenverkehr bringt Themen wie Zollrecht und unterschiedliche länderspezifische gesetzliche Bestimmungen für die Einfuhr und den Handel von Waren mit sich. Gerade beim Handel von Lebensmitteln gelten hier oftmals besonders strenge Richtlinien für die Einfuhr in andere Länder. Auf unserem Blog haben wir Ihnen zu diesem Thema schon die Langzeitlieferantenerklärung vorgestellt oder das Öko-Äquivalenzabkommen zwischen EU und den USA.

Ein weiteres Dokument, welches einkaufende Unternehmen für Ihre Produktdokumentation benötigen, ist das Ursprungszeugnis. Es bestätigt den Ursprung, also das Produktionsland, des jeweiligen Rohstoffes oder des Produkts. In diesem Beitrag haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt, die Sie über das Ursprungszeugnis wissen müssen.

 

Das Ursprungszeugnis

Das Ursprungszeugnis bestätigt den Ursprung des Rohstoffs oder des Produkts, wenn die Produktion oder Handel länderübergreifend stattfindet. In der Regel benötigen einkaufende Unternehmen das Dokument von ihrem Lieferanten, Händler oder dem Produzenten direkt, als Qualitätsnachweis und in bestimmten Fällen als Einfuhrdokument aufgrund von zollrechtlichen Bestimmungen. Je nach Zielland gelten unterschiedliche Vorschriften für die Einfuhr von Waren, insbesondere bei Lebensmittelprodukten.

Beispiele, wann ein Ursprungszeugnis notwendig sein kann:

  • zur Kontrolle der Warenbewegung
  • zur Qualitätskontrolle
  • zur Überwachung von Importbeschränkungen
  • zur Akkreditierung
  • auf Kundenwunsch

Nichtpräferenzieller Ursprung

Am häufigsten bescheinigt das Ursprungszeugnis einen handelspolitischen, nichtpräferenziellen Ursprung. In Deutschland ausgestellte Ursprungszeugnisse basieren auf dem Zollrecht der Europäischen Union.

Der Nichtpräferenzielle Ursprung einer Ware entsteht innerhalb der EU, wenn entweder die Herstellung vollständig in einem Land innerhalb der EU stattgefunden hat  oder der letzte Verarbeitungsschritt. Das bedeutet, dass die verwendeten Rohstoffe auch einen anderen Ursprung haben können und es auf den letzten Produktions- bzw. Verarbeitungsschritt ankommt.

Ausstellungsbehörde und Gültigkeit

Das Produktbezogene Dokument wird in der Regel von den jeweiligen Handels- oder Industriekammern des Ursprungslandes ausgestellt. In Deutschland wird das Ursprungszeugnis von der deutschen Industrie- und Handelskammer (IHK) ausgestellt. Das Dokument ist lediglich für die einmalige Lieferung gültig und muss kostenpflichtig beantragt werden.

Ursprungszeugnis und Lieferantenerklärung

In engem Zusammenhang mit dem Ursprungszeugnis steht die Lieferantenerklärung. Sie kann als Grundlage für ein Ursprungszeugnis dienen. Des weiteren dient sie als Nachweis für Waren mit einem präferenziellen Ursprung. Hierbei darf jedoch auf der Lieferantenerklärung kein Kumulierungsvermerk angewendet worden sein. Die Lieferantenerklärung gibt darüber Auskunft, bei welchen zukünftigen Exportvorgängen die gelieferte Ware präferenzberechtigt ist und wird daher für Vergünstigungen beim Zoll benötigt. Sie ist kostenlos und kann jederzeit vom Exporteur ausgestellt werden.

Rechtliche Grundlagen

Die rechtliche Grundlage innerhalb der EU für die Ausstellung der Dokumente ist die Verordnung (EU) Nr. 952/2013 – Unionszollkodex (UZK) ergänzt durch die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2015/2447 sowie die Delegierten Verordnung (EU) Nr. 2015/2446.

Weiterführende Informationen

  • Eine Vorlage des Ursprungszeugnis können Sie hier herunterladen.
  • Die Webseite der Internationalen Handelskammer (International Chamber of Commerce - The World Business Organization (ICC))
  • Die Webseite der IHK Berlin

 

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