Öko-Standards im Lebensmittelbereich: welche Zertifizierung steht für was

veröffentlicht von Laura Heisch am 22.12.2016

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Nachhaltig produzierte Lebensmitteln unterliegen einer Vielzahl an gesetzlichen Aufgaben. Das bedeutet für alle Unternehmen entlang der Lieferkette einen hohen Anspruch an Qualität der einzelnen Rohstoffe. Dies beginnt beim Anbau, über die Verarbeitung bis hin zur Verpackung und dem Handel von nachhaltigen Produkten. Insbesondere im Bereich Lebensmittel müssen für eine Bio- oder fairtrade-Zertifizierung zahlreiche Dokumente und Nachweise von Ihnen und Ihren Lieferanten erbracht werden

Um Ihnen die Arbeit hierfür zu erleichtern, haben wir Ihnen die wichtigsten Nachhaltigkeitsstandards zusammengefasst:

EU-Bio-Bescheinigung

Die EU-Öko-Bescheinigung regelt seit 2000 den nachhaltigen Anbau, die Produktion und den Handeln von Lebensmitteln innerhalb der EU. Die Zutaten der Lebensmittelprodukte müssen zu 95% aus ökologischen Erzeugnissen stammen. Die Richtlinien der EU-Bescheinigung schreiben unter anderem die Trennung von ökologischen und konventionellen Erzeugnissen vor und verbieten den Einsatz von Gentechnik, auch in Futtermitteln.

Erfahren Sie hier mehr über den EU-Öko-Standard.

NOP / Äquivalenzabkommen

Das USDA National Organic Program ist das staatliche Nachhaltigkeitsprogramm der USA für Lebensmittel. Der Standard unterliegt dem USDA, dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten und macht Vorgaben zum Anbau, der Verarbeitung und dem Handeln von “Bio”-Lebensmitteln in den USA.

Zwischen der EU und den USA herrscht seit 2012 ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der beiden staatlichen Öko-Standards. Voraussetzungen für den internationalen Handel ohne die entsprechende Zertifizierung des anderen Landes/ Staatenverbandes sind u.a. ein beiliegendes Import-Zertifikat sowie der vollständige Verzicht auf Antibiotika.

Erfahren Sie hier mehr über das Äquivalenzabkommen zwischen der EU und den USA.

Private Bio-Zertifizierungen

Die privaten Standards decken in jedem Fall die gesetzlichen EU-Öko-Richtlinien ab, zusätzlich zu den jeweils eigenen, strengeren Standards.

  • Bioland

Der deutsche Verband setzt sich für eine “ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Alternative” zur konventionellen  Landwirtschaft ein und gibt Richtlinien für die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmittel in fast allen Bereichen vor.

  • Naturland

Deutscher Verband für ökologischen Landbau e.V., der 1982 gegründet wurde und mittlerweile international tätig ist. Naturland kontrolliert seine Produkte nach “ökologischen, zukunftsweisenden, fairen” Aspekten u.a. in den Bereichen Agrarprodukte, Imkerei,  und Kosmetik, Textilien.

  • demeter

Demeter wurde 1992 als erster ökologischer Anbauverband gegründet und gibt mittlerweile umfassende internationale Richtlinien für die Produktion und Verarbeitung von ökologischen Lebensmitteln vor.

Erfahren Sie hier mehr über die größten privaten Bio-Standards.

Fairtrade-Zertifizierung für Agrarprodukte

Fairtrade Labelling Organizations International (FLO), Fairtrade International, wurde 1997 gegründet setzt sich für fair gehandelte Produkte ein. Hierbei stehen vor allem ökologische und ökonomische Aspekte, Arbeitsschutz-Aspekte sowie eine nachhaltige Produktion in Schwellenländern im Fokus. Das dazugehörige Siegel kennzeichnet fair gehandelte Produkte insbesondere aus den Bereichen Lebensmittel und Mode/Textilien. 

Erfahren Sie hier mehr über den Fairtrade-Standard.

MSC-Zertifizierung für nachhaltige Fischerei

Seit 1999 ist der MSC eine unabhängige, weltweit tätige Organisation, die sich für nachhaltige Fischerei (Wildfang) einsetzt. Die Standards enthalten Vorgaben zur Nachhaltigkeit der Fischbestände, zur Schonung des Ökosystems Meer und zum effektiven Management einer lückenlosen Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette. Der MSC bietet einen MSC Umweltstandard für Fischereibetriebe und einen MSC Rückverfolgbarkeits-Standard für Fisch-verarbeitende oder -handelnde Betriebe.

Erfahren Sie hier mehr über den MSC-Standard.

UTZ-Zertifizierung für nachhaltige Agrarprodukte

Die 2002 gegründete, unabhängige internationale Organisation, setzt sich für nachhaltige Anbaumethoden von Agrarprodukten, bessere Arbeitsbedingungen für Farmer/ Farmarbeiter sowie den Umweltschutz ein. UTZ bietet Zertifizierungsprogramme für Tee, Kaffee, Kakao und Haselnüsse an. Der Standard basiert auf dem Verhaltenskodex (Code of Conduct) während des Anbaus und der Ernte sowie auf einer Richtlinie zur Dokumentation entlang der Produktkette (Chain of Custody).

Erfahren Sie hier mehr über den UTZ-Standard.

 

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Themen: Dokumenttypen, Tipps