Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung: ISO 26000 - Das müssen Sie wissen

veröffentlicht von Laura Heisch am 06.04.2017

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In den vergangenen Jahren achten Kunden immer mehr darauf, was sie kaufen und erwarten dabei mehr als einfache Produkt- und Servicequalität. Mehr denn je wird auch von kleineren und größeren Unternehmen  ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt erwartet, wenn es um die CO2-Bilanz geht, oder um gute Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter und die Gesundheitssicherheit für ihre Kunden.

Um auf diese Entwicklung zu reagieren und für Unternehmen umsetzbar zu machen, hat die Internationale Organisation für Normung (ISO) die ISO 26000 - Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung entwickelt.

In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über den Ethik-Standard und wir zeigen Ihnen,  wie Sie den Standard in Ihrer Organisation anwenden können.

Was bedeutet soziale Verantwortung?

Soziale Verantwortung definiert ethische Rahmenbedingungen für Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen. Diese Einheiten verpflichten sich dazu, sich für die Belange der Gesellschaft einzusetzen und ein Gleichgewicht zwischen dem ökonomischen, ökologischen und sozialen System aufrecht zu erhalten. Soziale Verantwortung kann dabei unterschiedliche Formen und Ausprägungen annehmen, wie beispielsweise Umweltschutz, moralisch vertretbare Arbeitsbedingungen oder gesellschaftliches Engagement.

ISO 26000 - Leitfaden für soziale Verantwortung

ISO 2600 wurde von der ISO (International Organization for Standardization)/ TMB Arbeitsgruppe “Soziale Verantwortung” erarbeitet und erstmals im November 2010 veröffentlicht. Ziel der ISO 2600-Norm ist es, globale  und nachhaltige Standards in Bereichen wie Umweltschutz, Arbeitsschutz und soziales Engagement zu entwickeln. Ursprünglich wurde die Norm als Leitfaden und nicht als Zertifizierungsstandard entwickelt und soll Unternehmen Grundprinzipien, Definitionen und Handlungsanleitungen geben, um soziale Verantwortung systematisch zu etablieren.

Der ISO 26000-Leitfaden richtet sich global an Unternehmen und Organisationen jeder Größe und beinhaltet umfassende Richtlinien zu  unterschiedlichen Bereich der sozialen Verantwortung:

  • Konzepte und Definitionen zum Thema soziale Verantwortung
  • Hintergrundinformationen
  • Prinzipien und Methoden
  • Kernthemen und -Fragestellungen
  • Implementierung und Förderung im Unternehmen
  • Identifizierung und Einbindung von Interessenvertretern
  • Kommunikation über die soziale Verantwortung des Unternehmens

Grundprinzipien und Kernthemen des Standards

Der Leitfaden basiert auf den folgenden sieben Grundprinzipien, auf denen jedes Verhalten sozialer Verantwortung aufbauen sollte:

  • Rechenschaftspflicht
  • Transparenz
  • Ethisches Verhalten,
  • Achtung der Interessen der Stakeholder
  • Achtung der Rechtsstaatlichkeit
  • Achtung internationaler Verhaltensstandards
  • Achtung der Menschenrechte

Die ISO 26000-Norm ist dabei rund um diese sieben Kernthemen strukturiert:

  • Organisationsführung
  • Menschenrechte
  • Arbeitspraktiken
  • Umwelt
  • faire Betriebs- und Geschäftspraktiken
  • Konsumentenanliegen
  • Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft

Ist eine Zertifizierung nach ISO 26000 möglich?

Der ISO 2600-Standard gibt lediglich Richtlinien vor und stellt keinen offiziellen Zertifizierungsstandard dar. Nichtsdestotrotz ermöglicht es die Norm Unternehmen selbst erstellten Anforderungen zu folgen und erbrachte Leistungen an Interessenvertreter zu kommunizieren - auch wenn es sich dabei nicht um einen internationalen und unabhängigen Überwachungsprozess wie bei anderen ISO-Normen handelt. Alternativ besteht die Möglichkeit, eine nationale Zertifizierung zu erhalten, die auf der ISO 26000-Richtlinie basiert, wie etwa XP X 30-027 in Frankreich oder der BS 8900 in England. Hier finden Sie eine vollständige Liste mit alternativen Zertifizierungen auf der offiziellen Webseite des ISO 26000.

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