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Fairtrade-Siegel: Internationaler Nachhaltigkeits-Standard

veröffentlicht von Laura Heisch am 10.11.2016

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Die Produktion von Lebensmitteln oder Produkten aus natürlich Rohstoffen kann vor dem Hintergrund der gesteigerten Nachfrage von nachhaltig produzierten Produkten auf Verbraucherseite und der zumendehmen Bedeutung eines transparenten Lieferkettenmanagement auf Produzentenseite eine große Herausforderung sein. Diese Entwicklung zeigt auch die stark wachsende Nachfrage von Zertifizierungen im Bereich Qualitäts- oder Nachhaltigkeitsmanagement abseits von gesetzlich geforderten Zertifikaten.

Einer dieser internationalen Nachhaltigkeits-Standard ist Fairtrade. Das Siegel kennzeichnet fair gehandelte Produkte insbesondere aus den Bereichen Lebensmittel und Mode/Textilien. Die Standards umfassen soziale, ökologische und ökonomische Aspekte, wobei der Mensch und Arbeitsschutz-Aspekte sowie eine nachhaltige Produktion in Schwellenländern besonders im Fokus stehen. In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 3.000 Produkte in 42.000 Geschäften, die mit dem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet sind.

Organisation

Fairtrade Labelling Organizations International (FLO), Fairtrade International, ist der weltweit tätige Fairtrade-Dachverband, der 1997 mit Sitz in Bonn gegründet wurde. Die Organisation entwickelt eigene Standards und vergibt Siegel für fair gehandelte Produkte.

Der Dachverband setzt sich aus insgesamt 37 Mitgliedern zusammen. Dazu gehören die 26 einzelnen nationalen Fairtrade-Initiativen (NFO), drei Produzentennetzwerke und acht Fairtrade-Marketingorganisationen.

Die Produzentennetzwerke bilden einen Zusammenschluss von regionalen Produzentengruppen, die die Interessen der Kleinbauern und Arbeiter vertreten. Insgesamt bilden sie 1.226 Produzenten- Organisationen in 74 verschiedenen Ländern.

Fairtrade-Standards

Es gibt unterschiedliche Fairtrade-Standards für die Bereiche:

  • Kleinbauernkooperativen
  • Beschäftigte auf Plantagen
  • Vertragsanbau
  • Produkte
  • Händler
  • Klima
  • Textil

Im Kern aller Standards stehen Aspekte wie: Nachhaltiger Anbau zur Bekämpfung des Klimawandels, Geschlechter-Gleichberechtigung, Bekämpfung von Kinderarbeit, Stärkung der Arbeitsrechte von Plantagenarbeitern oder Stabilisierung der Preise für Kleinbauern. Denn das Ziel der Fairtrade-Standards sind nachhaltige und faire Arbeitsbedingungen sowie stabile Preise für Kleinbauern und Plantagenarbeiter überall auf der Welt.

Fairtrade-Siegel

Das klassische Fairtrade-Siegel kennzeichnet die unterschiedlichsten Arten von fair gehandelten Lebensmittelprodukten, egal ob es sich dabei um Schokolade, Kaffee oder Marmelade handelt.  Zusätzlich vergibt Fairtrade das Baumwoll-Siegel, Gold-Siegel und Textil-Siegel für die entsprechenden Rohstoffe. Hierbei geht es vor allem um faire Bedingungen bei der Produktion und Verarbeitung von einzelnen Produkten oder Rohstoffen.

Zusätzlich zu den klassischen Siegeln gibt es unterschiedliche Programm-Siegel für Hersteller, die Rohstoffe wie Kakao, Baumwolle und Zucker einkaufen. Das Programm-Siegel richtet sich an Unternehmen, die sich gezielt für einen fairen Rohstoffeinkauf entscheiden und garantiert damit Kleinbauern stabile und faire Preise. Das bedeutet beispielsweise, dass Textilunternehmen Baumwolle zu festen Preise einkaufen und Ihre Produkte nur mit dem Programm-Siegel versehen dürfen, wenn 100% des verwendeten Rohstoffes für die gesamte Kollektion fair eingekauft wurde.

Insgesamt sollen alle Siegel nicht nur Produkte kennzeichnen, die fair gehandelt werden, sondern durch einen transparenten Produktionsprozess auch Lieferketten rückverfolgbar machen.

Kontrolle

Alle Fairtrade-Siegel werden erst nach erfolgreicher Prüfung durch eine Zertifizierungsstelle vergeben. Die größte Fairtrade-Zertifzierungsstelle ist FLO-cert, die seit 2003 Nachhaltigkeitszertifzierungen in mittlerweile mehr als 115 Ländern durchführt. In erster Linie werden die sogenannten Produzenten-Organisationen kontrolliert und zertifiziert, zusätzlich werden stichprobenartig Bauernfamilien direkt vor Ort überprüft.

Ursprünglich wurde FLO-cert von der FLO - Fairtrade Labelling Organizations International  ins Leben gerufen. Um dennoch den Maßstäben einer unabhängigen und transparenten Zertifizierungsstelle zu entsprechen, ist FLO-cert nach dem ISO 17065-Standard zertifiziert, eine internationale Qualitätsnorm für Zertifizierungsstellen.

Weiterführende Informationen

 

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Themen: Insider, Dokumenttypen, Tipps