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Die EU-Öko/-Bio-Zertifizierung: Grundlagen des EU-Nachhaltigkeitsstandards

veröffentlicht von Laura Heisch am 27.10.2016

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Bio-Siegel kennzeichnen Lebensmittelprodukte, die aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft stammen. Sie kennzeichnen Produkte also “Bio” oder “Öko” und sollen dem Endverbraucher damit eine Sicherheit geben, dass bestimmte Nachhaltigkeitsstandards wie beispielsweise artgerechte Tierhaltung oder der Verzicht von Gentechnik bei der Produktion eingehalten werden.

Unterschiedliche Siegel, Logos und Kennzeichnungen sowie immer wieder vorkommende Lebensmittelskandale sorgen jedoch eher für eine Verunsicherung des Verbrauchers, was die Lebensmittelqualität und -Sicherheit angeht. Daher ist eine transparente Nachverfolgung von Rohstoffen und die Dokumentation während des gesamten Herstellungsprozesses für Lebensmittelproduzierende oder -handelnde Unternehmen besonders wichtig. Nur so kann eine nachhaltige und sichere Produktions- und Lieferkette gesichert werden.

Je nach Produkt oder eingekauften Rohstoffen kann es notwendig sein, dass Sie selbst eine Bio-Bescheinigung vorweisen müssen oder eine Zertifizierung als Nachweis von Ihren Lieferanten benötigen. Der EU-weite Standard vereinheitlicht länderübergreifende Richtlinien zu einer, wodurch ein gleichbleibender und nachvollziehbarer Öko-Standard innerhalb der EU gewährleistet werden kann.

Wir haben Ihnen die wichtigsten Punkte zu der EU-Bio/Öko-Zertifizierung zusammengestellt:

Das EU-Bio-Logo

Das EU-Bio-Logo kennzeichnet seit 2000 einheitlich alle Bio-Produkte, die innerhalb der Europäischen Union produziert werden. Für in Deutschland produzierte Bio-Produkte gibt es zusätzlich das Deutsche Bio-Siegel. Es wurde 2001 eingeführt und basiert auf den gleichen Standards wie die EU-Öko-Siegel. Daher dürfen Betriebe, die über eine EU-Öko-Zertifizierung verfügen, gleichzeitig das Deutsche Bio-Siegel verwenden.

Standards der EU-Öko-Bescheinigung

Das Ziel der EU-Bio/ Öko-Bescheinigung ist es gesunde Lebensmittel zu produzieren und dabei die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Das Bio-Logo bzw. Siegel darf nach dem Erhalt der Bescheinigung auf den Produkten verwendet werden. Es kennzeichnet Bioprodukte für den Verbraucher eindeutig und steht für eine sichere Lebensmittelqualität, artgerechte Tierhaltung und fördert den Umweltschutz.

Die EU-Öko-Bescheinigung schreibt unter anderem folgendes vor:

  • Die Zutaten der Lebensmittelprodukte müssen zu 95% aus ökologischen Erzeugnissen stammen.
  • Die Trennung von ökologischen und konventionellen Erzeugnissen, sowohl während der Produktion als auch bei der Lagerung der Produkte oder Rohstoffe.
  • Der Einsatz von Gentechnik, auch in Futtermitteln, ist verboten.
  • Die Vergabe von Antibiotika zur Behandlung von Krankheiten bei Tieren ist streng limitiert.
  • Aspekte zu einer artgerechten Haltung wie die Größe von Ställen oder Anzahl an Tieren pro qm ist vorgeschrieben.

So erhalten Sie die EU-Öko-Bescheinigung

Wie bei den meisten offiziellen Zertifikaten findet eine Kontrolle des Betriebs, inklusive der Produktionsstätte und der Prüfung von produktbezogenen Dokumenten wie Zutatenlisten, durch eine unabhängige Kontrollstelle statt. Entspricht der Betrieb den Vorgaben des Standards erhält er eine Bescheinigung darüber. Das Zertifikat hat eine Gültigkeit von einem Jahr. Nach Ablauf dieser Zeit findet eine Rezertifzierung nach einer erfolgreichen erneuten Kontrolle statt.

Insgesamt gibt es die Bescheinigung für die Bereiche:

  • Landwirtschaftliche Erzeugung
  • Landwirtschaftliche Erzeugung - Imkerei
  • Landwirtschaftliche Erzeugung - Meeresalgen und Aquakultur
  • Herstellung verarbeiteter Lebensmittel
  • Handel mit Drittländern (Import)
  • Vergabe an Dritte
  • Herstellung von Futtermitteln

Ist das Unternehmen EU-Öko zertifiziert,  ist es verpflichtet das Öko-Logo (seit 2010 grünes Rechteck mit Blatt aus Sternen) auf den entsprechenden Produkten zu führen. In Deutschland ist die zusätzliche Verwendung des Bio-Siegels (sechseckig) freiwillig. Im Rahmen der Bio-Kennzeichnung muss die EG-Öko-Kontrollstelle mittels eines Codes immer mit aufgelistet werden. Diese Kennzeichnung bezieht sich ebenfalls auf die Verpackung der Lebensmittelprodukte.

Hier finden Sie eine Übersicht mit in Deutschland zugelassenen Kontrollstellen.
Hier finden Sie einer Übersicht mit in der EU zugelassenen Kontrollstellen
(PDF zum Download in EN).

Das muss eine Bio-Kennzeichnung nach Vorgaben der EU-Öko-Verordnung beinhalten

  1. Name und Anschrift des produzierenden/ verarbeitenden/ handelnden Betriebs
  2. Bezeichnung des Produkts/ Rohstoffes
  3. Produktbezogener Bio-Hinweis (z.B. "Bio-Käse" oder Sammelkennzeichnung: "Soweit nicht anders gekennzeichnet, stammen alle aufgeführten Artikel aus ökologischem Landbau")
  4. Codenummer der Kontrollstelle (z.B. DE-ÖKO-022)

Praxistipps

  • Achten Sie darauf, dass Ihre eingekauften Bio-Rohstoffe auf Rechnungen und Lieferscheinen des Händlers oder Lieferanten eindeutig als Bio-Produkt gekennzeichnet sind. Der Lieferant muss Ihnen durch die Vorlage eines aktuellen Zertifikats nachweisen, dass er zur Verarbeitung bzw. Vermarktung von Bio-Produkten berechtigt ist.
  • Sorgen Sie stets dafür, dass Ihre produktbezogene Dokumentation aktuell und vollständig ist. Dazu gehören Aufzeichnungen über Rezepturen, Rechnungen, Produktionsaufzeichnungen oder Inventurlisten. Diese dienen während der Kontrolle zur Überprüfung des Warenflusses.

Rechtliche Grundlagen

Die Standards der EU-Bio-Bescheinigung basieren auf der EU-Öko Basisverordnung (EG-VO 834/07) sowie auf der Ausführungsverordnung (EG-VO 889/08). Die Verordnungen regeln europaweit die Produktion, Herstellung, Verarbeitung und den Handel von Bio-Lebensmitteln und Futtermitteln. Jedes Unternehmen, das ökologische  bzw. biologische Erzeugnisse erzeugt, aufbereitet, lagert, aus einem Drittland einführt oder in Verkehr bringt, unterliegt der Melde- und Kontrollpflicht nach Art. 28 der VO (EG) 834/07. Dies  gilt auf für Händler. Die Durchführungsverordnung (EG-VO 1235/08) regelt hierbei die Einfuhr von Bioprodukten aus Drittländern.

Die EU-Öko-Verordnung hat ihre Ursprünge in den Ausarbeitungen der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (International Federation  of Organic Agriculture Movements). Die internationale Vereinigung umfasst etwa 800 Organisationen in rund 120 Ländern (Stand 2015).

Bio-Siegel im internationalen Warenverkehr

Das Öko-Äquivalenzabkommen zwischen EU und USA seit dem 1. Juni 2012 vereinbart die gegenseitige Anerkennung der staatlichen Öko-Verordnung zwischen beiden Parteien. Auch wenn es Unterschiede innerhalb der Standards gibt, gelten die Vorgaben der beiden Zertifizierungen als gleichwertig. Das erleichtert den internationalen Handel und baut bürokratische Hürden für beide Seiten ab.

Weitere Informationen zum Thema Biologische Landwirtschaft finden Sie auf der Webseite der EU für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung.

 

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Themen: Tipps, Zertifizierungen