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Branchenspezifischer Standard - FSC für nachhaltige Forstwirtschaft

veröffentlicht von Laura Heisch am 24.11.2016

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Wir haben Ihnen bereits zahlreiche Nachhaltigkeits-Standards wie beispielsweise die EU-Bio-Bescheinigung, aus unterschiedlichen Bereichen vorgestellt. Ein weiterer branchenspezifischer Standard ist der FSC für nachhaltige Forstwirtschaft.

Forest Stewardship Council (FSC) ist eine der ersten international tätigen Organisationen, die ein Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldwirtschaft etablierte. Die Organisation mit Sitz in Bonn wurde 1993 gegründet und ist mittlerweile mit mehr als 800 Mitgliedern in mehr als 80 Ländern vertreten. FSC International erarbeitet als Dach-Organisation länderübergreifende Grundprinzipien und Standards. Die konkrete Umsetzung der einzelnen Vorgaben werden von den jeweiligen Länderorganisationen umgesetzt. Die deutsche Ländervertretung mit der FSC Arbeitsgruppe Deutsch e.V. gibt es seit 1997.

Grundlagen des FSC

Der FSC wurde gegründet, um eine umweltgerechte, sozial förderliche und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung der Wälder zu fördern. Dadurch soll das Ökosystem Wald nachhaltig erhalten bleiben. Die Richtlinien des FSC basieren weltweit auf 10 Prinzipien und über 50 Kriterien, die die Grundlage für alle Standards und Zertifizierungen bilden.

Für diese Bereiche ist eine FSC-Zertifizierung interessant:

  • Säge- und Hobelwerke
  • Palettenhersteller
  • Holzverarbeitende Industrie
  • Bau- und Möbeltischler
  • Zimmereien
  • Holzhandel
  • Papierindustrie und –handel
  • Druckereien, Verlage und Buchbindereien
  • Holzwaren Ex- und Import

Die 10 Prinzipien des FSC

  1. Einhaltung der Gesetze und FSC-Prinzipien
  2. Besitzansprüche, Landnutzungsrechte und Verantwortlichkeiten
  3. Rechte indigener Völker
  4. Beziehungen zur lokalen Bevölkerung und Arbeitnehmerrechte
  5. Nutzen aus dem Walde
  6. Auswirkungen auf die Umwelt
  7. Bewirtschaftungsplan
  8. Kontrolle & Bewertung
  9. Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert
  10. Bewirtschaftung von Plantagen

Die FSC-Standards/ Zertifizierungen

Die FSC-Standards in Deutschland lassen sich in unterschiedliche Bereich einteilen.

Forstmanagement:

  • FSC Waldstandard: Die Zertifizierung kennzeichnet, das ein Waldgebiet nach den FSC-Kriterien bewirtschaftet wird.
  • FSC Kleinwaldstandard: gilt für Betriebe unter 100 ha

Produktkette:

  • Produktketten-Standard COC (Chain Of Custody): jedes Unternehmen in der Produktkette muss gewährleisten, dass FSC-zertifizierte Materialien jederzeit identifizierbar sind. Werden alle Kriterien erfüllt, erhält das Unternehmen die Zertifizierung. Alle an der Chain-of-Custody (COC) beteiligten Unternehmen müssen nach dem FSC-Standard zertifiziert sein.

Recycling:

  • Recycling-Standard: gilt als Nachweis für recyceltes Material, was zum aktiven Ressourcenschutz beiträgt.

Controlled Wood:

  • Mix-Standard: gilt für Produkte, die nur teilweise aus FSC-zertifiziertem Material stammen. Der restliche Anteil muss jedoch ebenfalls Auflagen erfüllen, um am Ende das FSC-Mix-Label tragen zu dürfen.

Wie bei allen offiziell anerkannten Zertifizierungsprozessen, findet die Zertifizierung durch eine unabhängige Behörde statt. Die Unternehmen werden erstmals von einem Auditor kontrolliert und erhalten die Zertifizierung, wenn die entsprechenden Kriterien des Standards erfüllt wurden. Das FSC-Zertifikat hat eine Gültigkeit von 5 Jahren. Es finden jährlich Kontrollen statt.

Die FSC-Labels

FSC vergibt drei unterschiedliche Labels zur Kennzeichnung von Endprodukten. Nur zertifizierte Unternehmen können Ihre Produkte mit dem entsprechenden Label kennzeichnen.

  • FSC 100%: Hier werden zu 100% Materialien verwendet, die aus FSC-zertifizierten Wäldern stammen. Text des Labels: „(Produkttyp) aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern
  • FSC-Mix: Hier werden sowohl Materialien aus zertifizierten Wäldern und/oder Recycling, als auch Materialien aus kontrollierten Quellen verwendet. Der Anteil von zertifizierten oder recycelten Materialien muss bei mind. 70% liegen. „(Produkttyp) aus verantwortungsvollen Quellen“.
  • FSC-Recycling: Hier werden zu 100% recyceltes Material verwendet. „(Produkttyp) aus Recyclingmaterial.“

Organisation des FSC

Der FSC verfügt über eine dreigeteilte Organisationsstruktur: Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Bestehende Mitglieder können Sie für eine der drei Kammern bewerben und vertreten in dieser die Interessen der jeweiligen Gruppe. Zu den unterschiedlichen Interessengruppen gehören sowohl Vertreter der holzverarbeitenden Industrie und Umweltverbänden, Organisationen von indigenen Völkern oder Gruppen kommunaler Forstwirtschaft. Jeder der Kammern verfügt über ein Drittel der Stimmen. Alle drei Kammern müssen an Abstimmungen beteiligt sein und ein Beschluss ist nicht möglich, wenn eine der Kammern geschlossen dagegen stimmt. Dadurch soll eine gleichmäßige Gewichtung der unterschiedlichen Interessensgruppen gewährleistet werden.

Hintergründe des FSC-Standards

Die Gründung geht auf den Umweltgipfel in Rio im Jahr 1992 zurück (Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung), bei dem über die Grundlagen für eine nachhaltige Forstwirtschaft diskutiert wurde. Obwohl in der Agenda 21, ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, konkrete Maßnahmen entwickelt wurde, konnte man sich nicht auf ein einheitliches Instrument zur Umsetzung und Einhaltung nachhaltiger Forstwirtschaft einigen.
Als Ergebnis dieser Entwicklungen wurde FSC als internationale Non-Profit-Organisation gegründet, die durch die Mitarbeit von unterschiedlichen Umweltschutzorganisationen wie WWF oder Greenpeace, Gewerkschaften und Interessenvertretungen indigener Völker unterstützt wird.

 

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