Basiswissen Lebensmittelkennzeichnung: Allergenerklärung

veröffentlicht von Laura Heisch am 16.06.2016

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Bei der Produktion von Lebensmitteln oder Lebensmittelprodukten gibt es zahlreiche gesetzliche Bestimmungen, was die Kennzeichnung von Inhaltsstoffen angeht. Vor allem sogenannte Allergene, also Allergie oder Unverträglichkeiten auslösende Substanzen müssen dabei in einer Allergenerklärung gesondert dokumentiert werden.

Allergenkennzeichnung und LMIV:

Insbesondere im Rahmen der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) 1169/2011 gilt seit dem 13. Dezember 2014 EU-weit eine erweiterte Deklarationspflicht sowohl für die Produktion, die Verarbeitung als auch den Verkauf von verpackten oder losen Lebensmitteln. Die EU-Verordnung regelt, dass die 14 wichtigsten Allergieauslösenden Inhaltsstoffe oder Zusatzstoffe (Allergene) nicht nur während des Herstellungs- oder Verarbeitungsprozesses genau dokumentiert, sondern auch für den Endverbraucher noch klarer gekennzeichnet werden.

Als Grundlage der Allergenkennzeichnung für den Verbraucher dient im Rahmen der Produktdokumentation der Nachweis einer Allergenliste, in der die wichtigsten Allergene gekennzeichnet sind. Anstelle einer gesonderten Allergenerklärung ist in den meisten Produktspezifikationen bereits eine Allergenliste Ihrer Lieferanten enthalten.

Die 14 wichtigsten Allergene in Lebensmitteln sind:

  1. Cerealien mit Gluten und Produkten daraus
  2. Krustentiere und daraus hergestellte Produkte
  3. Eier und daraus hergestellte Produkte
  4. Fisch und daraus hergestellte Produkte
  5. Erdnüsse und daraus hergestellte Produkte
  6. Sojabohnen und daraus hergestellte Produkte
  7. Milch und Produkte daraus (einschließlich Laktose)
  8. Nüsse, d. h. Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashew-Nüsse, Pecan-Nüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamia-Nüsse und Queensland-Nüsse sowie daraus hergestellte Produkte
  9. Sellerie und daraus hergestellte Produkte
  10. Senf und daraus hergestellte Produkte
  11. Sesamsamen und daraus hergestellte Produkte
  12. Schwefeldioxid und Sulphite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l, ausgedrückt in SO2
  13. Lupinen und daraus hergestellte Produkte
  14. Weichtiere und daraus hergestellte Produkte

Das sollte eine Allergenerklärung enthalten:

  • Name & Anschrift des Herstellers
  • Bezeichnung des Produkts
  • angewandte Richtlinien/ Normen
  • Allergenliste mit Kennzeichnung der 14 Allergene und evtl. Kreuzreaktionen
  • Angaben zum Unterzeichner

Hintergrundinformationen:

  • International gesehen stützt sich die verpflichtende Kennzeichnung von Allergenen auch auf den Standard “Labelling of Prepackaged Foods (CODEX STAN 1-1985)” des Codex Alimentarius (Sammlung von Normen für die Lebensmittelsicherheit und -Produktqualität, herausg. von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen).
  • Weitere  EU - Richtlinien, in denen die Allergenkennzeichnung vorgeschrieben ist: 2003/89 /EG 2005/26/EG,  2006/142 /EG; 2007/68/EG in der letzten Fassung).
  • Der Zusatz “Kann Spuren von … enthalten” ist im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften keine Pflicht, wird aber aus Gründen des Verbraucherschutzes empfohlen.
  • Mehr Informationen über Allergene weltweit, die gesetzlich verpflichtend auf vorverpackten Lebensmitteln gekennzeichnet werden müssen.
  • Mehr Informationen über die unterschiedlichen zulässigen Kennzeichnungsformen auf der Lebensmittel-Verpackung für lose (nicht vorverpackte) Lebensmittel: Merkblatt Allergenkennzeichnung nicht vorverpackter Lebensmittel (PDF)



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